Update: 05.Februar 2012
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Bürgerentscheid - Wiederaufbau der Ulrichskirche






































13. März 2011, Heiko, Kulturelles

Am 20.03.2011 wird neben der Wahl des Landtags auch über den Wiederaufbau der Ulrichskirche durch einen Bürgerentscheid abgestimmt.
Bei einem Bürgerentscheid entscheiden die Bürger, ob geplante Vorhaben gestartet werden, oder ob sie eingestellt werden.
In Magdeburg müssen mindestens 10.000 gültige Unterschriften gesammelt und bei der Stadt eingereicht werden, um einen Bürgerentscheid gegen die Stadtratsbeschlüsse zu postulieren. Laut der Landesgesetzgebung muss innerhalb von drei Monaten nach Bürgerbegehren ein Bürgerentscheid folgen. Die dafür notwendige Stadtratsentscheidung legte am 27. Januar 2010 fest, diesen zusammen mit der Landtagswahl 2011 am 20. März 2011 durchzuführen.
Die Fragestellung, über die jeder Bürger am 20. März 2011 im ersten Volksentscheid in der Geschichte der Landeshauptstadt Magdeburg abstimmen darf, lautet:


Sind Sie gegen den Wiederaufbau der Ulrichskirche?

( ) Ja, ich bin dagegen.

( ) Nein, ich bin nicht dagegen.


Die Magdeburger Ulrichskirche steht symbolisch für die Geburtsstunde der deutschen Nation.
Gemeinsam führten Otto der Große und Ulrich von Augsburg, beides engste Freunde, die Stämme der Bayern, Schwaben, Böhmen, Franken und Lothringer 955 in die Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg.
Durch den Sieg über die einfallenden Ungarn entstand erstmalig ein Gemeinschaftsgefühl der deutschen Völker, eine deutsche Identität. Historiker bezeichnen dieses Ereignis daher als die Geburtsstunde der Deutschen. Mit Ulrich von Augsburg und Otto dem Großen beginnt also unsere deutsche Geschichte.
Aus Dankbarkeit und Anerkennung weihten die Magdeburger Bürger dem 973 verstorbenen deshalb ihre zweite Pfarrkirche. Ulrich von Augsburg wurde im gesamten Reich sehr verehrt. Es ist überliefert, dass er bettelarm, auf der nackten Erde liegend starb, nachdem er sein gesamtes Hab und Gut unter den Armen verteilt hatte. Ulrich von Augsburg war für viele Bürger ein Volksheld.
Die Gründung der Ulrichsgemeinde und der Bau der ersten Ulrichskirche lassen sich auf den Zeitraum zwischen 993 (Heiligsprechung Ulrich von Augsburg) und 1022 (Bau der Magdeburger Stadtmauer) zurückdatieren. Erst 1024 ging die Herrschaft in Deutschland von den Ottonen auf die Salier (Konrad II.) über, die Ulrichskirche hat somit ihre Wurzeln in der ottonischen Zeit. Als zweite Pfarrkirche Magdeburgs wird ihr Ursprungsbau eine romanische Saalkirche gewesen sein, der nach dem Stadtbrand 1188 zwei massive, romanische Westtürme vorgelagert wurden. Von diesem romanischen Bauwerk überdauerten bis zur Sprengung der Kirche im Jahre 1956 die drei unteren Turmgeschosse die Zeiten ohne große bauliche Veränderungen. Magdeburg hatte also mit der Ulrichskirche mitten im Zentrum der heutigen City ein herausragendes ottonisch-romanisches Bauwerk, welches nicht nur die enge Verbindung Ottos des Großen mit seinem Weggefährten Ulrich von Augsburg dokumentierte, sondern auch originale, romanische Bauteile aufwies.
Am 16. Januar 1945 wurde bei dem großen Luftangriff auf Magdeburg auch die Ulrichskirche getroffen und zerstört. Nur ihre beiden Türme und die Grundmauern des Kirchenschiffs blieben stehen. Diese wurden „als nicht mehr zeitgemäß“ geltendes Bauwerk 1956 abgerissen.

Weitere geschichtliche Punkte und Informationen zum Wiederaufbau der Ulrichskirche erhaltet ihr unter www.ulrichskirche.de
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